Sonntag, 01.07.2012
Die Nacht in meinem vierrädrigen Schlafzimmer war okay. Kein 4-Sterne Komfort aber okay. Habe noch Möglichkeiten zur Optimierung entdeckt, sodass die folgende Nacht sicher besser wird. Kalt ist es. Richtig kalt. Wir befinden uns ja auch auf etwa 2700 Metern. Bin froh, dass ich mir in weiser Voraussicht noch'n Fließinlet beim Walmart geholt hab. Mein Schlafsack zeigt nämlich schon wieder deutliche Zeichen der Überforderung. Heute morgen verliere ich keine Zeit mit Frühstück, ich will zum Yellowstone. Werde mir unterwegs irgendwo einen Kaffee und'n Doughnut auf die Hand holen. Healthy Breakfast, boaah! :-)
Doch mein Glück dass ich früh aufgestanden bin. Als ich runter zum Bear Lake gehe, breche ich vor diesem Panorama beinahe zusammen. Unglaublich schön. Kenne ich sonst nur von Bildern. Und das Sahnehauberl: Ich bin gänzlich allein! :-)
Unnötig zu erwähnen, dass mir Frühstück und Yellowstone momentan ziemlich egal sind.
Ich befinde mich hier an einem magischen Ort vollkommener Schönheit. Zeit und Raum verschmelzen. Zukunft und Vergangenheit existieren nicht. Hier ist nur der gegenwärtige Augenblick. Das "Jetzt".
Nur blöd, dass die dämlichen Moskitos auch im gegenwärtigen Augenblick existieren. Das ruiniert meinen Genuss der Szenerie leider ein klein wenig. :-(
Die Fahrt führt mich weiter über den wunderschönen Beartooth Highway. Ich kann mich gar nicht satt sehen und halte daher an mehreren Aussichtspunkten. Gestern gab es Berichte über ein Wildfire in der Gegend. Offensichtlich ist es unter Kontrolle, doch es gibt noch Staus.
Was ich auch nach mehreren USA-Reisen nicht verstanden habe, sind die Lollipop Männchen. Ich kann mir nur schwer einen stupideren Job vorstellen, als bei brütender Hitze den ganzen Tag ein Stop Schild zuhalten, bzw. hin und wieder zu drehen und aufzupassen, dass ich von den Moskitoschwärmen nicht gefressen werde. Und wieso muss der arme Kerl nen Bauhelm tragen? Hier könnte ihm höchstens der Himmel auf den Kopp fallen. Ich meine, ohne ein "smart ass" sein zu wollen, aber in Germany haben wir an dieser Stelle ne Ampel stehen. Aber andere Länder...
In Cooke City halte ich noch kurz für einen hoffnungslos überteuerten Kaffee, bevor es in den Yellowstone Park geht. Am Parkeingang komme ich mit Ben dem Parkranger ins Gespräch. Als er erfährt, dass ich aus Deutschland bin, kommt er ins Schwärmen von seiner Reise durch Europa und Bayern. "Ein Bier bitte" gibt er mit seinem breiten amerikanischen Akzent zum Besten und grinst dabei über alle Backen. Es hat ihm super gefallen und er möchte gerne wieder nach Garmisch Partenkirchen. Ein netter Kerl. Leider bin ich nicht der Einzige, der in den Park will, ansonsten hätte ich mich gerne noch weiter mit ihm unterhalten.
Die ersten Meilen im Park sind dem sehr ähnlich, was ich bereits ausserhalb des Parks gesehen habe. Die eigentlichen Attraktionen sind die große Ansammlung von Geysiren, Schlammtöpfen und heißen Quellen und befinden sich an anderer Stelle im Park. 1872 gegründet ist er damit nicht nur der erste Nationalpark der USA, sondern auch der älteste Park der Welt (wieder mal Wikipedia).
Mein erstes Ziel sind die Tower Falls, wo ich bereits das erste Mal auf einen Parkplatz warten muss. Nunja, es ist Sommer- und Ferienzeit, noch dazu ist dieser Park ziemlich beliebt.
Weiter geht es zu den Mammoth Hot Springs, wo ich zum ersten Mal mit den geothermalen Aktivitäten in Berührung komme, und mit der schwefelhaltigen Luft. Puuh! Es sieht hier ein bischen aus wie die kleine Ausführung von Pamukkale in der Türkei, mit dem Unterschied, dass man hier besser nirgends die Füße reinhält.
Bei meiner weiteren Fahrt durch den Park halte ich an den verschiedensten Aussichtspunkten und Geysiren. An allen Ecken dampft, sprudelt und blubbert es und ständig riecht es nach Schwefel. Es ist eine faszinierende Welt, auch deshalb, weil es niemand mitbekommt, wenn's auch mal bei einem selber "blubbert". Kann man immer auf die hohe Schefelkonzentration in der Luft schieben ;-)
Schließlich besuche ich noch das Norris-Geysir-Becken. Hier ist mit dem Steamboat Geysir der derzeit größte aktive Geysir der Welt beheimatet. Seine Eruptionen erfolgen jedoch sehr unregelmäßig, sodass ich bei meinem Besuch leider keinen Ausbruch erlebe.
Auf meinem Weg zurück zum Parkplatz hoppelt mir plötzlich ein kleines Häschen vor die Nase. Von der anderen Seite des Weges sehe ich eine Chinesenfamilie auf mich zukommen. Höchste Gefahr also für den Hoppelhasen, im Suppentopf zu landen. Aber noch bevor ich dem Mümmelmann Schutz bieten kann, wird er bereits von der Familie entdeckt. Ich befürchte schon das Schlimmste und beginne, mich in Selbstvorwürfe zu kleiden. Doch wir haben Glück. Der Kleine landet nur unzählige Male in den Digitalkameras der Familie :-)
Nachdem die Campgrounds meiner Wahl leider schon belegt sind, fahre ich wieder einige Meilen nach Norden zum Indian Creek Campground, wo ich die Optimierungen meines Schlafwagens für die kommende Nacht vornehme.
Montag, 02.07.2012
Diese Nacht war tatsächlich besser. Bis ich den Wagen morgen abend abgebe, habe ich meine Schlafumgebung optimal konfiguriert. Bringt mir dann leider nur nichts mehr. Es war wieder eine kalte Nacht. Hatte heut morgen eine kleine Eisschicht auf dem Auto. Ein Blick auf den Temperator verrät mir, es sind umgerechnet 2 °C. Brrrrr!
Ich bin schon recht früh wieder auf der Straße, denn ich möchte noch möglichst viel vom Park sehen, bevor ich am frühen Nachmittag zum benachbarten Grand Teton weiterfahren will. Mit mir früh auf der Straße ist auch dieser Kollege, der sich jedoch Zeit nimmt und die Straße einfach nicht verlassen will. Nach etwa 5 Minuten schlägt er sich dann allerdings ins Gebüsch.
Es ist faszinierend so früh durch den Park zu fahren. Überall sieht man kleine oder große Dampfwolken in der Luft stehen und man bekommt nochmal einen Eindruck davon, was hier unter der Erde eigentlich los ist.
Ich stoppe am Upper und Lower Geysir Becken, doch leider sind die Pools wegen des vielen Wasserdampfes nicht richtig zu sehen. Die Hauptattraktion sind daher die vielen Japaner, die wirklich alles Knipsen, was irgendwie nach Attraktion aussieht, allerdings ohne sich die jeweils abgelichtete Attraktion auch nur mal eine Minute anzuschauen. Wahnsinn! Raus aus dem Bus. Knipsen, Knipsen, Knipsen. Rein in den Bus. :-)
Meine Fahrt führt mich zum Old Faithful, der Hauptattraktion des Parks, da er in regelmäßigen Abständen eine 30 - 50 Meter hohe Wassersäule in die Luft schießt. Im Visitor Center sind die Ausbruchzeiten bereits vorberechnet. Ich habe Glück und treffe genau zu einer Eruption am Old Faithful ein. Zwar schaffe ich es nicht mehr bis an den Geysir ran, doch auch aus meiner Position lässt sich der Ausbruch schön beobachten.
Im Grant Village halte ich an, um bei der dortigen Massendusche ein wenig Körperpflege zu betreiben. Zwingend notwendig, da ich wohl erst morgen Abend bei Ron & Mary in den Genuss einer Dusche kommen werde. Anschließend drehe ich noch eine Runde beim West Thumb Geysir Becken, bevor ich mich vom Yellowstone verabschiede und den Grand Teton Nationalpark begrüße.
Auf dem Weg zu meinem Campground fahre ich entlang des Jackson Lake und genieße immer wieder wunderschöne Ausblicke auf die Teton Range. Postkartenidylle!
Nachdem ich mir eine Campsite gesichert habe, drehe ich noch eine Runde entlang des Jenny Lake und halte an diversen Aussichtspunkten, bevor ich den Tag mit einem schönen Feuerchen ausklingen lasse. Eigentlich wollte ich zum Sonnenuntergang noch auf den Signal Mountain, doch Jolly hat darauf bestanden, dass wir nochmal ein schönes Lagerfeuerchen machen. Wer weiß, wann wir wieder dazu kommen. Außerdem hat er tagsüber nicht viel getrunken und daher tierischen Durscht auf ein eiskaltes Coors. Ich tue ihm natürlich den Gefallen. :-)
Dienstag, 03.07.2012
Zwar war es wieder kalt, doch ich hab prima geschlafen. Eigentlich fast schade, dass ich mein Schlafwagen heute abend schon wieder abgebe, jetzt wo er optimal konfiguriert ist.
Nachdem ich gestern bereits die meisten Punkte im Park angesteuert habe, lasse ich es heute ruhig angehen. Und tatsächlich finde ich ein Plätzchen mit tollem Blick auf den Jackson Lake, an dem sich den kompletten Vormittag keine andere Seele blicken lässt. Ich nutze die Zeit, um vor dem tollen Panorama ein Buch zu lesen, während Jolly mit den Moskitos spielt.
Als sich der Platz gegen Mittag mit Leuten füllt, verlassen wir die Szenerie und fahren noch ein wenig im Park spazieren, bevor wir in Richtung Idaho Falls aufbrechen.
Gegen 18:00 Uhr erreichen wir Ron & Mary. Schön die Beiden wiederzusehen. Habe sie im Frühjahr 2011 am Goosenecks State Park Campground in Utah kennengelernt. Damals hatten sie mich zu sich eingeladen, sollte mich mein Weg jemals ins Yellowstone Gebiet führen. Well, here I am! :-)
Nach einem leckeren Abendessen bringen Ron und ich den Wagen zum Flughafen. Anschließend ziehe ich mich zeitig in meine Gemächer zurück. Morgen ist der 4. Juli, Independence Day. Die Beiden haben den Tag mit mir voll verplant. Parade, BBQ, Football, Feuerwerk. Ich brauche also meine Kraft. :-)
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Dienstag, 3. Juli 2012
Samstag, 30. Juni 2012
Die letzten 4 Tage: Badlands, Black Hills and Big Horn Mountains
Mittwoch, 27.06.2012
Nachdem ich mein Ross mit der kaputten Speiche noch 5 Kilometer zum kleinen regionalen Flughafen von Sioux Falls gesteuert habe, empfängt mich dort ein freundlicher Mitarbeiter der Autovermietung meiner Wahl. Leider kann ich ihm nicht begreiflich machen, dass der Betrag, welchen er mir in Rechnung stellt, gänzlich das Ziel verfehlt. Ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie er auf diese Summe kommt. Leider werden wir in diesem Punkt keine Freunde, weshalb ich erstmal meine Kreditkarte auf den Tisch lege. Ich werde das später mit meinem Vermittler klären. Da es hier keine Choice Line gibt, ich mir also keinen Wagen aus meiner gebuchten Klasse aussuchen darf, wählt er für mich einen Nissan Altima. Nun, sicher nicht meine erste Wahl, jedoch für meine Bedürfnisse brauchbar. Bei umgeklappter Rücksitzbank kann ich mein weißes Schmuckstück im Inneren des KFZ verstauen und obendrein sieht es danach aus, als könnte ich auch darin nächtigen. :-)
Mein Weg führt mich kurz nach Downtown Sioux Falls, wo ich mir die gleichnamigen Fällen anschaue. "Fälle" ist hier leicht übertrieben, erst recht, nachdem ich von mir behaupten kann, die Niagarafälle gesehen zu haben. Daher halte ich mich nicht lange auf. Außerdem habe ich heute noch einen langen Weg, zum 450 Kilometer entfernten Badlands Nationalpark, im Westen South Dakotas vor mir.
Es ist heiß, 101 °Fahrenheit was umgerechnet 38 °Celsius entspricht. Für den Moment bin ich froh in meinem klimatisierten Nissan zu reisen. Doch nach über 2800 Kilometern auf dem Rad fühlt es sich ein wenig wie Betrug an, dass ich nun im Auto sitze und die Meilen nur so an mir vorbei flitzen. Jolly hat damit überhaupt kein Problem. Er ist so happy, nicht mehr in der Lenkertasche eingesperrt zu sein, dass er mit seiner neuen Freiheit zunächst gar nicht zurecht kommt. Er kann einfach kein adäquates Plätzchen für sich finden. Mal sitzt er neben mir auf dem Beifahrersitz, mal auf dem Armaturenbrett, im nächsten Moment verschwindet er im hinteren Bereich, wo ich ihn im Rückspiegel beobachte, wie er auf der Heckablage rumturnt. Ich habe ihm jedoch ausdrücklich untersagt, Grimassen oder Gesten zu vorbeifahrenden Autos zu machen.
Meile um Meile fliegt dahin, landschaftlich ändert sich jedoch nur wenig. Farmland und endlose Prärie soweit man blickt. Nach gefühlten 5 Stunden verlasse ich die Interstate 90 und steuere den Badlands Nationalpark an. Da es schon später Nachmittag ist, geht es zügig in Richtung Campground. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, fahre ich noch ein wenig im Park umher. Für eine Wanderung fehlt mir jedoch die Zeit. Leider sind am Campground keine Lagerfeuer erlaubt, weswegen ich mich zeitig einrolle.
Donnerstag, 28.06.2012
Nach einem opulenten Oatmeal Frühstück fahre ich den Scenic Drive des Parks und halte an diversen Aussichtspunkten. Tatsächlich finde ich, einige Meter abseits der Straße, ein ruhiges Plätzchen für mich, an dem ich für etwa 1 Stunde verweile und einfach nur die Szenerie genieße. Yes!
Knapp 100.000 Hektar umfasst das Gebiet, was 1939 zum National Monument erklärt und 1978 zum Nationalpark aufgewertet wurde. Kevin Costners "Der sich den Wolf tanzt" wurde zu großen Teilen im Park gedreht. Für die Landwirtschaft ist dieses Gebiet unbrauchbar, daher auch die Ableitung "Badlands". Quelle: Wikipedia :-)
Deutschland - Italien steht heute an, weswegen ich mir eine Sportsbar im nahe gelegenen Rapid City suche. Wieder mal bin ich der einzig Interessierte. Nun, über das Ergebnis brauchen wir sicher keine weiteren Worte zu verlieren. Leicht betrübt schleiche ich mich meines Weges in die touristischen Black Hills, wo ich am Mt. Rushmore vorbei fahre, ohne jedoch anzuhalten. Der einzig vernünftige kostenlose Aussichtspunkt ist besetzt und ich sehe es nicht ein, für diesen Touri-Nepp $15 Parkplatzgebühren zu zahlen. Ich fahre morgen früh nochmal vorbei.
Auch beim Crazy Horse Monument halte ich nur kurz ausserhalb. Das reicht mir, um einen Blick auf das unvollendete Kunstwerk zu werfen.
An meinem schnuckeligen kleinen Campground am Bismarck Lake werde ich von einem Pärchen aus dem benachbarten Spearfish zum Essen eingeladen und wir verbringen noch einen sehr witzigen Abend zusammen am Lagerfeuer. Dass am nahe gelegenen Sheridan Lake wegen der Hitze und Trockenheit gerade ein Wildfire ausgebrochen ist, stört hier keinen. :-)
Freitag, 29.06.2012
Am nächsten Morgen versteckt sich die Sonne noch ziemlich hinter dem Nebel, der vom Wildfire verursacht wurde. Ich fahre den schönen Scenic Highway durch den angrenzenden Custer State Park, wo besonders viele Wildtiere zu sehen sein sollen. Ob diese das auch wissen? Zumindest heute morgen scheinen sie sehr scheu zu sein. Neben ein paar Hörnchen und Chipmunks ist nichts zu sehen. Die Strecke zum Mt. Rushmore zieht sich durch endlose, enge und kurvige Straßen, allerdings immer wieder mit schönen Ausblicken auf die Black Hills. Von Weitem schon sieht man den Besuchermagnet Nr. 1.
Ich habe Glück, der kostenlose Parkplatz ist frei und so komme ich doch noch zu meiner Kopie eines Fotos der Präsidentenköpfe.
Da ich heute wieder Kilometer machen muss, wird es Zeit, dass ich vorwärts komme. Entlang des Scenic Highways 385 und durch den Spearfish Canyon führt mich der Weg zurück auf die Interstate 90. Ich will heute Abend an einem kleinen See zwischen Buffalo und Sheridan in Wyoming mein Zelt aufschlagen. Dort angekommen suche ich jedoch schleunigst wieder das Weite. Auch wenn der "Campground" kostenlos ist, ich habe auch meinen Stolz! Ich fahre noch bis nach Sheridan an den dortigen KOA Campground. Zwar nicht kostenlos, dafür aber gepflegt und mit Dusche. :-)
Samstag, 30.06.2012
Nach einer kleinen Fahrt durch Sheridan und einem gehaltvollen Doughnut Frühstück geht's in die Bighorn Mountains, eine Bergkette im Norden Wyomings. Traumhaftes Wetter, tolle Landschaft und touristisch nicht so überlaufen. Ich genieße die Stille und die Natur und bin kurz davor, Holz zusammen zu suchen, um hier ein Häuschen zu bauen. Jolly ist auch total begeistert von den Flüssen und Seen und möchte eigentlich zu gerne baden gehen. Leider hat er seine Badehose vergessen, und ohne will er nicht. :-)
Aus den Bighorn Mountains geht's zunächst erstmal mal runter ins Big Horn Basin, bevor es auf der anderen Seite wieder rauf in die Absaroka und Beartooth Mountains geht. Über den atemberaubenden Beartooth Highway geht es bis auf über 3300 Meter hoch. Wunderschöne Ausblicke, schneebedeckte Gipfel, Bergseen. Ach was erzähl ich, auch hier wieder ein paar Bilder.
Übernachten werde ich heute am Beartooth Lake Campground. Zwar baue ich auch hier mein Zelt auf, doch noch während des Aufbaus fällt mir ein, dass ich doch eigentlich mal im Auto schlafen wollte. Da ich nun definitiv (mal wieder) im Bärengebiet bin, fällt die Entscheidung leicht. Kurzerhand wird die Ladefläche zum Schlafzimmer umfunktioniert. Ein Probeliegen verspricht eine nicht unbequeme Nacht.
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Nachdem ich mein Ross mit der kaputten Speiche noch 5 Kilometer zum kleinen regionalen Flughafen von Sioux Falls gesteuert habe, empfängt mich dort ein freundlicher Mitarbeiter der Autovermietung meiner Wahl. Leider kann ich ihm nicht begreiflich machen, dass der Betrag, welchen er mir in Rechnung stellt, gänzlich das Ziel verfehlt. Ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie er auf diese Summe kommt. Leider werden wir in diesem Punkt keine Freunde, weshalb ich erstmal meine Kreditkarte auf den Tisch lege. Ich werde das später mit meinem Vermittler klären. Da es hier keine Choice Line gibt, ich mir also keinen Wagen aus meiner gebuchten Klasse aussuchen darf, wählt er für mich einen Nissan Altima. Nun, sicher nicht meine erste Wahl, jedoch für meine Bedürfnisse brauchbar. Bei umgeklappter Rücksitzbank kann ich mein weißes Schmuckstück im Inneren des KFZ verstauen und obendrein sieht es danach aus, als könnte ich auch darin nächtigen. :-)
Mein Weg führt mich kurz nach Downtown Sioux Falls, wo ich mir die gleichnamigen Fällen anschaue. "Fälle" ist hier leicht übertrieben, erst recht, nachdem ich von mir behaupten kann, die Niagarafälle gesehen zu haben. Daher halte ich mich nicht lange auf. Außerdem habe ich heute noch einen langen Weg, zum 450 Kilometer entfernten Badlands Nationalpark, im Westen South Dakotas vor mir.
Es ist heiß, 101 °Fahrenheit was umgerechnet 38 °Celsius entspricht. Für den Moment bin ich froh in meinem klimatisierten Nissan zu reisen. Doch nach über 2800 Kilometern auf dem Rad fühlt es sich ein wenig wie Betrug an, dass ich nun im Auto sitze und die Meilen nur so an mir vorbei flitzen. Jolly hat damit überhaupt kein Problem. Er ist so happy, nicht mehr in der Lenkertasche eingesperrt zu sein, dass er mit seiner neuen Freiheit zunächst gar nicht zurecht kommt. Er kann einfach kein adäquates Plätzchen für sich finden. Mal sitzt er neben mir auf dem Beifahrersitz, mal auf dem Armaturenbrett, im nächsten Moment verschwindet er im hinteren Bereich, wo ich ihn im Rückspiegel beobachte, wie er auf der Heckablage rumturnt. Ich habe ihm jedoch ausdrücklich untersagt, Grimassen oder Gesten zu vorbeifahrenden Autos zu machen.
Meile um Meile fliegt dahin, landschaftlich ändert sich jedoch nur wenig. Farmland und endlose Prärie soweit man blickt. Nach gefühlten 5 Stunden verlasse ich die Interstate 90 und steuere den Badlands Nationalpark an. Da es schon später Nachmittag ist, geht es zügig in Richtung Campground. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, fahre ich noch ein wenig im Park umher. Für eine Wanderung fehlt mir jedoch die Zeit. Leider sind am Campground keine Lagerfeuer erlaubt, weswegen ich mich zeitig einrolle.
Donnerstag, 28.06.2012
Nach einem opulenten Oatmeal Frühstück fahre ich den Scenic Drive des Parks und halte an diversen Aussichtspunkten. Tatsächlich finde ich, einige Meter abseits der Straße, ein ruhiges Plätzchen für mich, an dem ich für etwa 1 Stunde verweile und einfach nur die Szenerie genieße. Yes!
Knapp 100.000 Hektar umfasst das Gebiet, was 1939 zum National Monument erklärt und 1978 zum Nationalpark aufgewertet wurde. Kevin Costners "Der sich den Wolf tanzt" wurde zu großen Teilen im Park gedreht. Für die Landwirtschaft ist dieses Gebiet unbrauchbar, daher auch die Ableitung "Badlands". Quelle: Wikipedia :-)
Deutschland - Italien steht heute an, weswegen ich mir eine Sportsbar im nahe gelegenen Rapid City suche. Wieder mal bin ich der einzig Interessierte. Nun, über das Ergebnis brauchen wir sicher keine weiteren Worte zu verlieren. Leicht betrübt schleiche ich mich meines Weges in die touristischen Black Hills, wo ich am Mt. Rushmore vorbei fahre, ohne jedoch anzuhalten. Der einzig vernünftige kostenlose Aussichtspunkt ist besetzt und ich sehe es nicht ein, für diesen Touri-Nepp $15 Parkplatzgebühren zu zahlen. Ich fahre morgen früh nochmal vorbei.
Auch beim Crazy Horse Monument halte ich nur kurz ausserhalb. Das reicht mir, um einen Blick auf das unvollendete Kunstwerk zu werfen.
An meinem schnuckeligen kleinen Campground am Bismarck Lake werde ich von einem Pärchen aus dem benachbarten Spearfish zum Essen eingeladen und wir verbringen noch einen sehr witzigen Abend zusammen am Lagerfeuer. Dass am nahe gelegenen Sheridan Lake wegen der Hitze und Trockenheit gerade ein Wildfire ausgebrochen ist, stört hier keinen. :-)
Freitag, 29.06.2012
Am nächsten Morgen versteckt sich die Sonne noch ziemlich hinter dem Nebel, der vom Wildfire verursacht wurde. Ich fahre den schönen Scenic Highway durch den angrenzenden Custer State Park, wo besonders viele Wildtiere zu sehen sein sollen. Ob diese das auch wissen? Zumindest heute morgen scheinen sie sehr scheu zu sein. Neben ein paar Hörnchen und Chipmunks ist nichts zu sehen. Die Strecke zum Mt. Rushmore zieht sich durch endlose, enge und kurvige Straßen, allerdings immer wieder mit schönen Ausblicken auf die Black Hills. Von Weitem schon sieht man den Besuchermagnet Nr. 1.
Ich habe Glück, der kostenlose Parkplatz ist frei und so komme ich doch noch zu meiner Kopie eines Fotos der Präsidentenköpfe.
Da ich heute wieder Kilometer machen muss, wird es Zeit, dass ich vorwärts komme. Entlang des Scenic Highways 385 und durch den Spearfish Canyon führt mich der Weg zurück auf die Interstate 90. Ich will heute Abend an einem kleinen See zwischen Buffalo und Sheridan in Wyoming mein Zelt aufschlagen. Dort angekommen suche ich jedoch schleunigst wieder das Weite. Auch wenn der "Campground" kostenlos ist, ich habe auch meinen Stolz! Ich fahre noch bis nach Sheridan an den dortigen KOA Campground. Zwar nicht kostenlos, dafür aber gepflegt und mit Dusche. :-)
Samstag, 30.06.2012
Nach einer kleinen Fahrt durch Sheridan und einem gehaltvollen Doughnut Frühstück geht's in die Bighorn Mountains, eine Bergkette im Norden Wyomings. Traumhaftes Wetter, tolle Landschaft und touristisch nicht so überlaufen. Ich genieße die Stille und die Natur und bin kurz davor, Holz zusammen zu suchen, um hier ein Häuschen zu bauen. Jolly ist auch total begeistert von den Flüssen und Seen und möchte eigentlich zu gerne baden gehen. Leider hat er seine Badehose vergessen, und ohne will er nicht. :-)
Aus den Bighorn Mountains geht's zunächst erstmal mal runter ins Big Horn Basin, bevor es auf der anderen Seite wieder rauf in die Absaroka und Beartooth Mountains geht. Über den atemberaubenden Beartooth Highway geht es bis auf über 3300 Meter hoch. Wunderschöne Ausblicke, schneebedeckte Gipfel, Bergseen. Ach was erzähl ich, auch hier wieder ein paar Bilder.
Übernachten werde ich heute am Beartooth Lake Campground. Zwar baue ich auch hier mein Zelt auf, doch noch während des Aufbaus fällt mir ein, dass ich doch eigentlich mal im Auto schlafen wollte. Da ich nun definitiv (mal wieder) im Bärengebiet bin, fällt die Entscheidung leicht. Kurzerhand wird die Ladefläche zum Schlafzimmer umfunktioniert. Ein Probeliegen verspricht eine nicht unbequeme Nacht.
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Dienstag, 26. Juni 2012
Die letzte 2 Tage: Fulda meets Fulda
Montag, 25.06.2012
Seit ich diese Tour geplant habe, stand für mich fest, dass ich in Fulda, Minnesota vorbeischauen will, wenn ich schonmal in der Nähe bin. Dieses kleine 1318 Einwohner zählende Örtchen im äußersten Südwesten des Staates wurde nämlich nach unserem Fulda benannt. Und diese Tatsache fand ich irgendwie interessant, warum auch immer. Also auf nach Fulda!
Vormittags habe ich wieder relativ leichtes Spiel, da der Rückenwind mich nochmal vorwärts trägt. Aus einiger Entfernung kann ich schon die großen Buchstaben erkennen. Unweigerlich muss ich schmunzeln :-)
Als ich vor dem Welcome Schild mein kleines Stativ aufbaue und wild umher posiere, werde ich mehrere Male ziemlich komisch beäugt. Offensichtlich kommen hier nicht so viele deutsche Touristen vorbei, die am Orteingang selbstportrait betreiben. Ich habe schon die Befürchtung, dass jemand den Sheriff informiert und mein Besuch in Fulda beendet ist, bevor er überhaupt angefangen hat. Doch nichts passiert und so starte ich meine Fahrt durch das Nest. Ich halte bei der Public Library und beim Grocery Store, bevor ich zur Fulda Free Press marschiere, schließlich will ich ja mal ein Foto mit jemand Offiziellem.
Ich stiefele also in den Laden und sehe mich einigen verdutzten Gesichtern gegenüber, nachdem ich meine Story und mein Anliegen vorgebracht habe. Der Bürgermeister ist wohl gerade nicht zu bekommen, doch ein Foto mit dem örtlichen Police Officer ließe sich einrichten. Na gut, besser wie nix. Er wird jedoch erst in einer Stunde zur Verfügung stehen. Und damit die Zwischenzeit nicht ungenutzt verstreicht, nimmt mich Norma mit an ihren Schreibtisch und beginnt locker flockig ein Interview. Sie ist von meiner Story so begeistert, dass sie diese in ihrer "Fuldaer Zeitung" drucken will. Sie verspricht mir sogar, dass sie mir ein gedrucktes Exmplar nach Deutschland schicken wird. Ein wenig verdutzt bin ich schon, vor allem ob der vielen Fragen, mit denen sie mich belagert. Doch brav wie ich nunmal bin, gebe ich ihr zu allem eine Antwort. Plötzlich wird es dunkel, denn Chief Paul Kenney betritt den Raum. Er kann nicht verstehen, wie ich von New York bis nach Fulda mit dem Fahrrad gekommen bin. Laut eigener Aussage würde er es nicht mal bis zum Ortsschild schaffen. Er ist gerne dazu bereit ein Foto zu machen und ich bekomme sogar noch ein Andenken in Form eines Abzeichens der Fulda City Police.
Wenig später findet sich dieser Artikel auf der Website der Fulda Free Press: http://fuldafreepress.net/default.asp?storyid=57926&secid=101 :-)
Vor so viel Aufregung hätte ich fast vergessen, dass ich heute noch jede Menge Meilen vor mir habe. Daher mache ich mich doch ziemlich verspätet auf die Socken. Leider is nix mehr mit dem tollen Rückenwind. Ich habe wunderschönen seitlichen Gegenwind, der mich mal wieder unglaublich stark abbremst. Meine emotionalen Ausbrüche lasse ich hier mal ungeschildert. Ich bin definitv nicht für den Gegenwind geboren. Ziemlich abgekämpft komme ich gegen 20 Uhr an meinem anvisierten Campground an. Außer Zeltaufbau, Essen fassen und Duschen ist heute jedoch nichts mehr zu holen.
Dienstag, 26.06.2012
Rund 60 Kilometer sind es heute bis nach Sioux Falls in South Dakota. Ich habe die letzten Tage entschieden, dass ich mir dort morgen für eine Woche einen Mietwagen nehmen und South Dakota sowie Wyoming mit 4 Rädern bereisen werde. In Idaho Falls, Idaho werde ich ihn abgeben und den Rest der Reise wieder auf meinem Zweirad in Angriff nehmen. Das war mehr oder weniger auch so geplant. Nicht geplant war jedoch die Änderung der Route. Mein Weg wird mich nicht nach San Francisco führen, sondern nach Portland in Oregon. Leider ist die Zeit schon ein wenig fortgeschritten und San Francisco liegt von Idaho Falls aus gesehen einfach zu weit südlich. Außerdem habe ich San Francisco schon gesehen daher: Auf nach Portland! :-)
Gegen 7 Uhr breche ich am Campground auf und gönne mir in Luverne mal wieder ein Mc D Frühstück. Einige Meilen hinter Luverne bemerke ich, dass meine hintere Bremse schleift. Ein prüfender Blick bringt eine 8 in der Felge zum Vorschein. Wo kommt die denn bitteschön so schlagartig her? So kann ich jedenfalls nicht mehr vernünftig weiterfahren. Bis Sioux Falls sind es jedoch noch rund 40 Kilometer. Das Problem kann leider nur in einem Bikeshop behoben werden, doch auf dieser County Road kommen leider so gut wie keine KFZ vorbei, die mich mitnehmen könnten. Ich hänge daher die hintere Bremse aus und schleiche bis kurz hinter die Grenze nach South Dakota.
Dort gebe ich jedoch endgültig auf. Ich hocke mich an den Straßenrand und versuche einen Pickup Truck anzuhalten. Leider klappt das diesmal nicht so ganz auf Anhieb. Während ich warte, prüfe ich nochmal die Felge und siehe da, das Problem ist eine gebrochene Speiche. Nun, bei den Löchern die hier teilweise in der Gasse sind, ist das auch kein Wunder. Beim 5. Versuch hält schließlich ein Wagen an. Es ist A.J. und er ist auf dem Weg nach Sioux Falls. Na wer sagt's denn. Wir wuchten meine Sachen auf seine Ladefläche und er spuckt mich in Sioux Falls bei einem Motel, nahe des Flughafens aus, wo ich morgen den Mietwagen holen werde. Um die gebrochene Speiche werde ich mich jedoch erst später in Idaho Falls kümmern.
Gefahrene Kilometer
die letzten 3 Tage: 202 km
Gesamt: 2832 km
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Seit ich diese Tour geplant habe, stand für mich fest, dass ich in Fulda, Minnesota vorbeischauen will, wenn ich schonmal in der Nähe bin. Dieses kleine 1318 Einwohner zählende Örtchen im äußersten Südwesten des Staates wurde nämlich nach unserem Fulda benannt. Und diese Tatsache fand ich irgendwie interessant, warum auch immer. Also auf nach Fulda!
Vormittags habe ich wieder relativ leichtes Spiel, da der Rückenwind mich nochmal vorwärts trägt. Aus einiger Entfernung kann ich schon die großen Buchstaben erkennen. Unweigerlich muss ich schmunzeln :-)
Als ich vor dem Welcome Schild mein kleines Stativ aufbaue und wild umher posiere, werde ich mehrere Male ziemlich komisch beäugt. Offensichtlich kommen hier nicht so viele deutsche Touristen vorbei, die am Orteingang selbstportrait betreiben. Ich habe schon die Befürchtung, dass jemand den Sheriff informiert und mein Besuch in Fulda beendet ist, bevor er überhaupt angefangen hat. Doch nichts passiert und so starte ich meine Fahrt durch das Nest. Ich halte bei der Public Library und beim Grocery Store, bevor ich zur Fulda Free Press marschiere, schließlich will ich ja mal ein Foto mit jemand Offiziellem.
Ich stiefele also in den Laden und sehe mich einigen verdutzten Gesichtern gegenüber, nachdem ich meine Story und mein Anliegen vorgebracht habe. Der Bürgermeister ist wohl gerade nicht zu bekommen, doch ein Foto mit dem örtlichen Police Officer ließe sich einrichten. Na gut, besser wie nix. Er wird jedoch erst in einer Stunde zur Verfügung stehen. Und damit die Zwischenzeit nicht ungenutzt verstreicht, nimmt mich Norma mit an ihren Schreibtisch und beginnt locker flockig ein Interview. Sie ist von meiner Story so begeistert, dass sie diese in ihrer "Fuldaer Zeitung" drucken will. Sie verspricht mir sogar, dass sie mir ein gedrucktes Exmplar nach Deutschland schicken wird. Ein wenig verdutzt bin ich schon, vor allem ob der vielen Fragen, mit denen sie mich belagert. Doch brav wie ich nunmal bin, gebe ich ihr zu allem eine Antwort. Plötzlich wird es dunkel, denn Chief Paul Kenney betritt den Raum. Er kann nicht verstehen, wie ich von New York bis nach Fulda mit dem Fahrrad gekommen bin. Laut eigener Aussage würde er es nicht mal bis zum Ortsschild schaffen. Er ist gerne dazu bereit ein Foto zu machen und ich bekomme sogar noch ein Andenken in Form eines Abzeichens der Fulda City Police.
Wenig später findet sich dieser Artikel auf der Website der Fulda Free Press: http://fuldafreepress.net/default.asp?storyid=57926&secid=101 :-)
Vor so viel Aufregung hätte ich fast vergessen, dass ich heute noch jede Menge Meilen vor mir habe. Daher mache ich mich doch ziemlich verspätet auf die Socken. Leider is nix mehr mit dem tollen Rückenwind. Ich habe wunderschönen seitlichen Gegenwind, der mich mal wieder unglaublich stark abbremst. Meine emotionalen Ausbrüche lasse ich hier mal ungeschildert. Ich bin definitv nicht für den Gegenwind geboren. Ziemlich abgekämpft komme ich gegen 20 Uhr an meinem anvisierten Campground an. Außer Zeltaufbau, Essen fassen und Duschen ist heute jedoch nichts mehr zu holen.
Dienstag, 26.06.2012
Rund 60 Kilometer sind es heute bis nach Sioux Falls in South Dakota. Ich habe die letzten Tage entschieden, dass ich mir dort morgen für eine Woche einen Mietwagen nehmen und South Dakota sowie Wyoming mit 4 Rädern bereisen werde. In Idaho Falls, Idaho werde ich ihn abgeben und den Rest der Reise wieder auf meinem Zweirad in Angriff nehmen. Das war mehr oder weniger auch so geplant. Nicht geplant war jedoch die Änderung der Route. Mein Weg wird mich nicht nach San Francisco führen, sondern nach Portland in Oregon. Leider ist die Zeit schon ein wenig fortgeschritten und San Francisco liegt von Idaho Falls aus gesehen einfach zu weit südlich. Außerdem habe ich San Francisco schon gesehen daher: Auf nach Portland! :-)
Gegen 7 Uhr breche ich am Campground auf und gönne mir in Luverne mal wieder ein Mc D Frühstück. Einige Meilen hinter Luverne bemerke ich, dass meine hintere Bremse schleift. Ein prüfender Blick bringt eine 8 in der Felge zum Vorschein. Wo kommt die denn bitteschön so schlagartig her? So kann ich jedenfalls nicht mehr vernünftig weiterfahren. Bis Sioux Falls sind es jedoch noch rund 40 Kilometer. Das Problem kann leider nur in einem Bikeshop behoben werden, doch auf dieser County Road kommen leider so gut wie keine KFZ vorbei, die mich mitnehmen könnten. Ich hänge daher die hintere Bremse aus und schleiche bis kurz hinter die Grenze nach South Dakota.
Dort gebe ich jedoch endgültig auf. Ich hocke mich an den Straßenrand und versuche einen Pickup Truck anzuhalten. Leider klappt das diesmal nicht so ganz auf Anhieb. Während ich warte, prüfe ich nochmal die Felge und siehe da, das Problem ist eine gebrochene Speiche. Nun, bei den Löchern die hier teilweise in der Gasse sind, ist das auch kein Wunder. Beim 5. Versuch hält schließlich ein Wagen an. Es ist A.J. und er ist auf dem Weg nach Sioux Falls. Na wer sagt's denn. Wir wuchten meine Sachen auf seine Ladefläche und er spuckt mich in Sioux Falls bei einem Motel, nahe des Flughafens aus, wo ich morgen den Mietwagen holen werde. Um die gebrochene Speiche werde ich mich jedoch erst später in Idaho Falls kümmern.
Gefahrene Kilometer
die letzten 3 Tage: 202 km
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